The Wolf of Wall street

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© 2013 Paramount Pictures

The Wolf of Wall Street – ein Film mit exakt 179 Minuten Länge. Ich muss es wissen, ich hab die Zeit gestoppt. 179 Minuten ist eine Ansage. Besucht mal einen 179 Minuten langen Vortrag über das Nestbauverhalten der gemeinen Kohlmeise oder haltet 179 Minuten lang die Luft an, dann habt ihr eine ungefähre Vorstellung wie lang sich 179 Minuten ziehen können. Und das ist eben auch das Problem vieler Filme mit einer solchen Spiellänge: sie ziehen sich. Wie Analogkäse auf einer Pizza. Das ist nicht schön, das will keiner haben. Aber solche Filme sind heute nicht das Thema

denn wir reden ja über Martin Scoreseses Meisterwerk „The Wolf of Wall Street“. Und der zieht sich kein bisschen. Im Gegenteil, wenn es zu Ende geht wünscht man sich er würde noch ein halbes Stündchen länger gehen.

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© 2013 Paramount Pictures

Der Humor ist einfach Klasse, die Situationskomik schießt den Vogel ab, die schauspielerische Leistung (vor allem von Leonardo DiCaprio) ist umwerfend und man kommt aus dem Lachen fast nicht raus. Aber nur fast. Denn „The Wolf of Wall Street“ ist kein „Quatschfilm“. Der Film dreht sich um Jordan Belfort (wunderbar gespielt von dem großen Leonardo DiCaprio) und seine Erlebnisse in den 80er und 90er Jahren. Natürlich ist das alles an manchen Stellen etwas aufgebauscht aber es ist ja auch kein Dokumentarfilm.

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© 2013 Paramount Pictures

Der Film zeigt uns eine Seite der Finanz- und Aktienmärkte die alles andere als seriös ist. Es geht um Geld, Gier, Drogen, schnelle Autos und Nutten. Und darum wie man den Ball immer schön oben hält. Denn wenn der Ball auf den Boden fällt ist das Spiel vorbei. 

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© 2013 Paramount Pictures

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© 2013 Paramount Pictures

Mit Geld wird gespielt und es werden Werte aus dem Nichts generiert. Was für den Laien nur schwer zu verstehen ist wird mit dubiosen Finanzprodukten und zwielichtigen Aktiengeschäften im Minutentakt zur Realität gemacht.

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© 2013 Paramount Pictures

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© 2013 Paramount Pictures

Der Film hebt aber zum Glück nicht mahnend den Finger um auf die moralische Schiene umzuschwenken. Denn das würde dem Film nicht gut tun. Der Film will in erster Linie unterhalten und eventuell Denkanstöße geben. Nicht mehr, nicht weniger. Und genau das ist das Erfolgsgeheimnis dieses Films: er packt die 179 Minuten mit grandioser Unterhaltung voll ohne einen Anflug von Langeweile aufkommen zu lassen. Ein Film der einfach Spaß macht. Mit erstklassigen Schauspielern und einer Story wie sie nur das Leben selbst schreiben kann.

Phänomenal!

Meine ganz persönliche Wertung: 9,5/10 Punkten

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