Am Sonntag bist du tot

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Foto: © Ascot Elite Filmverleih

Es fällt mir normalerweise nicht schwer Einleitungen zu schreiben. Das geht mir ganz gut von der Hand und ich lese es auch nen Tag später noch gerne. Ob andere das auch so gerne lesen ist für mich persönlich erst mal zweitrangig. Gestern kam der Film „Am Sonntag bist du tot“ in der Sneak Preview. Der Film macht es mir verdammt schwer eine Einleitung zu schreiben. Der Film ist für mich generell schwer in Worte zu fassen. Natürlich hält mich das nicht davon ab es dennoch zu tun. Also seid gewarnt!

„Am Sonntag bist du tot“ – ein Film der einen auf eine Gefühlsachterbahn schickt. Ich fahr gerne Achterbahn. Die Kontrolle abgeben und einem Stück Technik zu vertrauen finde ich immer wieder interessant und reizvoll. Ein Psychologe würde mir das wahrscheinlich negativ auslegen aber ich liege hier ja nicht auf der Couch. Bei „Am Sonntag bist du tot“ besteht diese Achterbahn nicht aus Technik sonder aus Emotionen. Es reißt einen von dem Witz der skurrilen Charaktere erbarmungslos und ohne zu fragen runter in die tiefen der Bedrückung.

amSonntagFoto: © Ascot Elite Filmverleih

Ein Katholischer Priester namens James Lavelle, gespielt von Brendan Gleeson (mit Bart ist der mir deutlich sympathischer), in einem kleinen Kaff in Irland. Jetzt sollte man meinen ein katholische Priester in einer katholischen Gemeinde in Irland hat ein leichtes Leben. Dem ist aber nicht so. Die meisten Einwohner begegnen ihm mit bitterem Sarkasmus und Zynismus. Dafür hat jeder seine ganz persönlichen Gründe. Und als ob das nicht alles schon schlimm genug wäre wird ihm an einem schönen Sonntag im Beichtstuhl von einem seiner Schäfchen eine „Deadline“ gesetzt. Er hat noch eine Woche zu leben dann bringt man ihn um. Warum? Naja, die alte „katholischer Priester missbraucht kleinen Jungen“ Nummer. Aber jetzt kommts: Nicht James Lavelle hat sich dieses Verbrechens schuldig gemacht. Nein, irgend ein Priester der schon lange tot ist. Da man den schlecht zweimal umbringen kann (nein, Vampire und Zombies kommen in diesem Film nicht vor) und es scheinbar ne witzige Idee ist einem völlig unschuldigen und sehr engagierten Priester das Licht aus zu Knipsen muss James Lavelle her halten. So viel zur Story. Wenn ich mehr erzählen würde wäre der Filmgenuss für euch dahin.

amSonntag3Foto: © Ascot Elite Filmverleih

Wie eingangs schon erwähnt spielt der Film mit den Gefühlen der Zuschauer. Seinen Witz bekommt er hauptsächlich durch die skurrilen Einwohner der Gemeinde. Seine berührenden und bedrückenden Momente ebenso. Es ist ein auf und ab. Das macht den Film so eindrucksvoll. Brendan Gleeson ist die Rolle wie auf den Leib geschneidert! Auch Aidan Gillen und Dylan Moran spielen ihre Rollen großartig! Generell ist die Schauspielerische Leistung einfach beeindruckend. Nicht zuletzt da man bei diesem Film oft das Gefühl hat nicht in einem Kino sondern in einem Theater zu sitzen. Die Art zu sprechen und die Bildwechseln erinnern einfach sehr oft an ein Theaterstück. Die Skurrilen Charaktere tragen wahrscheinlich zusätzlich dazu bei (ich wurde mehr als ein mal an „Der Besuch der alten Dame“ erinnert). „Am Sonntag bist du tod“ ist ein Film den man sich wahrscheinlich fünf mal anschauen kann und immer noch „Aha“ Momente hat. Einfach weil man den Film beim ersten mal gar nicht komplett fassen kann.

amSonntag2Foto: © Ascot Elite Filmverleih

Deshalb tue ich mir mit der Bewertung des Films auch sehr schwer. Einfach deshalb weil ich nicht behaupten kann ihn nach dem ersten mal ansehen komplett durchschaut zu haben. Ich will auch nicht den beliebten „ich hab den Film wahrscheinlich nicht verstanden aber er hat wohl ne große Botschaft und ich pack mal ein paar Punkte mehr drauf um nicht blöd da zu stehen“ Bonus drauf hauen. Das wäre nicht fair.

Deshalb gibt es für „Am Sonntag bist du tot“ 8/10 Punkten die eventuell noch nach oben korrigiert werden wenn ich den Film noch 1-2 mal gesehen habe.

8

 

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