Blade Runner

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© 1982 – Warner Bros. Entertainment

Blade Runner. Ein Film aus dem Jahr 1982. Im Moment haben wir 2014. Das sind 32 Jahre unterschied (verdammte hacke, ich sollte aufhören sowas auszurechnen. Jetzt fühle ich mich alt). Packen wir noch 5 Jahre drauf haben wir das Jahr in dem Blade Runner spielt, nämlich 2019. Gut, ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben dass es Bald fliegende Autos gibt. Es könnte aber knapp werden.

Ich persönlich finde es immer interessant wie man sich damals die Zukunft so vorgestellt hat. Es gibt da grundsätzlich zwei Szenarien:

1. Alles ist sauber. Alles läuft mit total tollem Öko Strom. Hochglanzflächen überall (also muss es wohl auch ne ganze Armee an Putzrobotern geben). Generell ist alles total friedlich und es riecht böse nach Gehirnwäsche.

2. Alle ist im Arsch. Es qualmt und raucht in jeder Ecke. Es ist dreckig. Die Hochglanzflächen putzt niemand. Jetzt sind se halt matt. Kriege gibt es immernoch, nur „effizienter“ und generell ist alles nicht so rosig.

Ridley Scott´s Film „Blade Runner“ ist ein Vertreter der 2. Variante. Es ist wirklich ziemlich viel im Arsch. Tiere sind fast ausgestorben und sind nur noch als künstliche Repliken für teuer Geld erhältlich, die Straßen sind zugemüllt. Klar, geht schon alles irgendwie weiter. Das ist ja auch nicht alles von heute auf morgen passiert. Man hat sich daran gewöhnt. Aber es ist größtenteils dreckig und düster. Ich mag das. Saubere Sachen machen mir Angst (wer den ganzen Tag putzt und sauber macht hat doch Leichen im Keller!!).

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© 1982 – Warner Bros. Entertainment

Die überwiegend gefährlichen Arbeiten auf neu erschlossenen Planeten werden von sogenannten „Replikanten“ verrichtet. Also keine direkten Klone. Auch keine Androiden. Sie sind aus Fleisch und Blut, optimiert für eine höhere Belastbarkeit. Von einem „richtigen“ Menschen kaum zu unterscheiden. Die Lebenszeit ist limitiert auf 4 Jahre, denn durch einen „Fehler“ entwickeln die Replikanten doch tatsächlich Gefühle. Und das macht sie unzuverlässig und unberechenbar. Sauerei aber auch! Und da nimmt das Übel auch schon seinen lauf. Denn es kommt immer mal wieder vor dass ein Replikant nicht so wild darauf ist während seiner eh schon knapp bemessenen Lebenszeit als Sklave zu dienen, und versucht auf die Erde zu kommen. Und da kommen die Blade Runner ins Spiel. Blade Runner sorgen dafür dass Replikanten die es tatsächlich auf die Erde geschafft haben ihre 4 Jahre Lebenserwartung nicht erreichen. Sie haben den Auftrag sie zu töten. Auch Rick Deckard, gespielt von Harrison Ford, ist so ein Blade Runner. Auch wenn er alles andere als Freude an diesem Job hat. Ich würde die Story gerne noch weite erzählen, aber damit würde ich vielleicht dem ein oder anderen den Spaß am Film zerstören. Und das wäre schade.

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© 1982 – Warner Bros. Entertainment

Für einen Film der schon 32 Jahre (nicht schon wieder) auf dem Buckel hat schaut er verdammt gut aus! Gut, es gibt Effekte bei denen man denkt „naja, hätten se mal lieber weg gelassen“… aber wirklich nur ganz selten. Außerdem: Die hatte ja nichts! Da war nix mit „ich mach das Modell mal schnell am PC“. Nee, Sperrholz und Pappmache war da angesagt. So richtig mit den Händen und so. Kaum vorzustellen. Schrecklich.

Aber wie man sieht können auch daraus tolle Bilder entstehen. Man ist sofort gefangen in dieser Welt. Die Welt die uns dort gezeigt wird ist glaubhaft. Und ich bin mir sicher im Jahr 1982 war das für viele eine realistische Einschätzung wie es im Jahr 2019 bei uns auf der Erde so ausschaut. Auch die Veränderung der Sprache wurde berücksichtigt. Finde ich immer toll. Denn unsere Sprache befindet sich tatsächlich im ständigen Wandel. Hat man im 18. Jahrhundert wahrscheinlich noch sowas wie „Hochgeschätzte Ms. Abercroft, würden sie es eventuell in Betracht ziehen die Nacht auf meinem Anwesen zu verbringen. Seien sie versichert dass es zu keinerlei Anzüglichkeiten kommen wird die nicht beiderseits erwünscht wären“ gesagt geht das in den 80er Jahren schon eher in Richtung „Na, noch nen Kaffee bei mir und mal schauen was noch so daraus wird du kleine Schnitte?“. Und heute kann es durchaus vorkommen dass man „Ey, Alte! Bock? Ficken?“ zu hören bekommt.

Wie man sieht, Sprache verändert sich. Das ist nicht immer toll, das ist auch nicht immer in allen Gesellschaftsschichten gleich stark ausgeprägt. Aber es ist nun mal so.

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© 1982 – Warner Bros. Entertainment

Ein Film mit einer Story wie Blade Runner sie hat wirft natürlich auch Fragen auf. Was definiert Leben? Welches Leben ist es wert geschützt zu werden und welches nicht? Wo zieht man die Grenze? Muss ein Mensch auf herkömmliche Art entstanden sein um so etwas wie Menschenrechte zu haben? Oder hat auch ein „Mensch“, der zwar gezüchtet wurde und keine echten Kindheitserinnerungen etc. hat, aber der immerhin Gefühle entwickelt und sich auch bis auf gesteigerte Leistungsfähigkeit nicht von einem „herkömmlichen“ Menschen unterscheidet, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben? Das ist eine ganz Grundsätzliche Frage. Eine Frage die man sich stellen sollte. Und auch wenn man zu keiner Antwort kommt, allein die Gedanken die man sich über diese Frage macht sind sehr wertvoll. Für einen selbst und andere.

Blade Runner. Auch ein Film der seiner Zeit voraus war. Für mich persönlich einer der Besten Filme aller Zeiten! Und da kann es nur eines geben. Volle Punktzahl! 10/10!

10

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