Dallas Buyers Club

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© 2013 Focus Features, LLC.

Dallas Buyers Club. Ein Film der für so viele Oscras nominiert wurde dass, hätten er wirklich alle gewonnen, wahrscheinlich ein paar Praktikanten hätten tragen helfen müssen. Nun, ganz so viele hat Dallas Buyers Club dann doch nicht abgeräumt. Und auch bei denen die abgeräumt wurden frage ich mich: War das berechtigt? Echt jetzt?

Vielleicht gehe ich mit dem Film etwas zu hart ins Gericht. Aber er wurde gehypt wie sonst was. Ich hatte Erwartungen an diesen Film! Und ich wurde enttäuscht. Bitter enttäuscht. Klar, die Thematik ist etwas heikel: Aids, Schwulenhass, die Pharmaindustrie und ihre Lobby. Aber soll man Filmen jetzt Gnaden Punkte geben weil sie sich an „heikle“ Themen „herangewagen“? Ehrlich jetzt? Im Jahr 2014? Gut, als angesager Kritiker steckt man natürlich böse in der Zwickmühle. Gibt man dem Film jetzt ne schlechte Kritik sagt bestimmt einer „Pha, nur weil er Angst vor Männern in Frauenkleidern hat! Homophober Arsch!“. Das kann ja keiner wollen. Außerdem haben ja schon fünf bekannte Kritiker vorher den Film als sehr gut durchgewunken. Aber das kanns doch nicht sein!

Oder gibt es Bonuspunkte für Schauspieler, die sich auf eine Rolle runter hungern, wie Matthew McConaughey und Jared Leto es getan haben? Nicht falsch verstehen, ich hab einen großen Respekt vor dieser Leistung. Das kann nicht jeder. Aber macht das echt den Unterschied? Verdient man dadurch einen Oscar mehr als jemand der einfach nur verdammt gut schauspielert? Ich glaube nicht, Tim!

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© 2013 Focus Features, LLC.

Wo Matthew McConaughey noch gut spielt fehlt mir bei Jared Leto einfach zu viel. Klar, er spielt in dem Film eine dramatische Figur. Gepeinigt durch Krankheit und die Gesellschaft. Aber soll man da jetzt echt Mitleidspunkte geben weil die Rolle so „schwer“ war? Wirklich? Das sind doch keine Fünfjährigen mehr die ein Pferd aus 5 Strichen und zwei Kreisen malen und man klatschen muss!

Nehmen wir doch einfach mal einen Film mit ähnlicher Thematik. Wenn auch nur an einigen Eckpunkten. Philadelphia. Mit Tom Hanks. Dem hab ich das abgenommen. Ohne auch nur kurz zu zweifeln. Der Mann hat mich berührt. Der Film hat mich bewegt! Ich konnte die Ungerechtigkeit spüren und hätte am liebsten meinen Zorn in die Welt hinaus geschrien! Dieser Tom Hanks hat den Oscar zu recht bekommen! Er hat ihn sich verdient. Mit seiner schauspielerischen Leistung.

Tja, ihr merkt es vielleicht. Dallas Buyers Club kommt hier nicht gut weg. Aber ich bin ja noch nicht am Schluss. Vielleicht kann ich noch ein paar Punkte irgendwo rausquetschen.

Was hätten wir denn da? Die Bilder sind gut. Eindrucksvoll. Dann ist da noch Matthew McConaughey der einen guten Job macht. Nicht Oscar verdächtig, aber er macht seine Sache gut. Tolle Mimik! Ich nehm ihm die Rolle ab. Auch wenn dieser Wandel von „ich hab Angst vor Schwulen“ zu „die sind eigentlich echt ok“ irgendwie arg unglaubwürdig rüber kommt. Gut, das könnte daran liegen dass die Quellen über Ron Woodroof nicht eindeutig sind. Die einen schreiben er war homophob und rassistisch, andere sagen er wäre selbst bisexuell gewesen. Keine Ahnung, fragen können wir ihn nicht mehr. Lassen wir den Punkte einfach mal unbewertet.

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© 2013 Focus Features, LLC.

Dann noch generell die Story. Wie gesagt, scheinbar auch im Jahre 2014 ein Thema welches als „Wooho, Badass“ eingestuft wird. Aber von mir aus. Es wird meiner Meinung nach ganz gut rüber gebracht wie viel Unwissenheit in der Bevölkerung und auch bei Ärzten damals über HIV/AIDS verbreitet war. Die einen denken sie stecken sich an wenn einen AIDS Kranken nur berühren, die anderen pumpen Medikamente in einen eh schon kranken Körper die alles nur noch schlimmer machen. Dann noch die Pharmaindustrie und die dazugehörige Lobby die sich keine Gewinne entgehen lassen will. Die Story ist also gut (auch wenn sie quasi das Leben geschrieben hat). Dafür gibt es natürlich Pluspunkte.

So, wenn man das jetzt alles mal verrechnet, meinen Rage wegen des ganzen Oscar rumgehypes mal außer acht lässt, dann bleibt für mich persönlich folgendes Ergebnis stehen: Nicht total schlecht, nicht super gut. Irgend etwas um die Mitte herum. 6/10 Punkten.

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