Wir waren Könige

wir_waren_koenige1
© Summiteer Film

Es gibt Filme in denen Gewalt vorkommt. Viel Gewalt. Literweise schießt das Blut in die Kamera, Körperteile fliegen davon, Explosionen. Schreie. Ich hab kein Problem mir das anzuschauen. Es wirkt aufgesetzt. In meiner Magengegend bleibt es ruhig, mein Gehirn sagt mir „Du, alles nur ein Film. So viel Suppe wie aus dem rausläuft… da muss irgendwo ein Fass dran hängen“. Das ist OK, das ist weit weg von mir.

Und dann gibt es Filme in denen eine andere Art von Gewalt vorkommt. Eine greifbare Art von Gewalt. Eine Art von Gewalt die um die nächste Häuserecke lauern kann. Diese Gewalt löst (zumindest bei mir) ganz andere Emotionen aus als dieses übertriebene Hollywood Gemetzel. Mein Gehirn sagt mir „Joa, so könnte das echt aussehen wenn man ein Messer in den unteren Torso bekommt“. Es ist ein beklemmendes Gefühl. Ich will den Kopf weg drehen.

wir_waren_koenige2
© Summiteer Film

So ein Film ist „Wir waren Könige“. Es dreht sich dabei um eine SEK Einheit, gebeutelt von Sparmaßnahmen. Geführt wird diese SEK Einheit von Kevin (Ronald Zehrfeld) und Mendes (Mišel Matičević). Immer die Sorge im Nacken dass die Einheit vor Ort dicht gemacht wird. Einige Polizisten dieser Einheit wollen ihr Gehalt etwas „aufbessern“. Und da nimmt die Scheiße ihren lauf.

Und zwar recht flott. Denn zwei kleine Jugendgangs (eigentlich ne harmlose Geschichte) geraten da mit rein. Wie genau werde ich hier nicht erläutern, das würde zu viel vorweg nehmen. Aber es ist eigentlich alles eine Verkettung unglücklicher Umstände und blöder Zufälle. Aber nie in einem Ausmaß das einen daran zweifeln lassen würde, ob das so wirklich passieren könnte. Es ist verdammt real. Einfach weil es (gut, bis auf die Anfangsszene vielleicht) die Klischees nicht überzeichnet.

wir_waren_koenige4
© Summiteer Film

„Wir waren Könige“ malt kein Bild von SEK Helden die zu fünft ganze Verbrecherringe hoch nehmen. Ohne Verluste. Nein. Er zeichnet ein Bild von den Menschen die hinter den Sturmmasken stecken. Denn es sind „nur“ Menschen. Mit allen Stärken und Schwächen. Mit Hoffnungen und Ängsten. Er zeigt Gewalt gegen Polizisten. Er zeigt Gewalt die von Polizisten ausgeübt wird.

„Wir waren Könige“ zeigt aber auch die andere Seite. Nicht die der großen Fische oder die organisierten Kriminalität im Mafia Stil. Kleine Jugendbanden. Nichts großartiges. Hier mal harte Töne, da mal ne kleine Schlägerei. Ein kleiner junge der unbedingt mit dazu gehören will. So weit nicht dramatisch. Zumindest anfangs nicht.

wir_waren_koenige3
© Summiteer Film

Der Film wirft unter anderem auch folgende Frage auf: Wie weit ist man bereit zu gehen um seinen Prinzipien treu zu bleiben? Wann knickt man ein? Wie viel Widerstand kann man verkraften? Was ist man bereit zu Opfern? Wann kommt der Moment indem man sich überlegt ob es die ganze Sache überhaupt wert ist? Wann lässt man sich vom Strom der Gefügigen mitreißen?

Fazit: Guter Film der emotional betroffen macht. Schöne Abwechslung zum Mainstream Kino. Daher 8/10 Sterne

8

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s