St. Vincent

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© 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

Ich gehöre jetzt nicht unbedingt zu den Leuten denen leicht die Tränendrüse juckt. So lange keine Katzen, Hunde etc. in Filmen hops gehen ist alles tutti bei mir. Aber ab und an, wirklich nur sehr selten, gibt es Filme bei denen ich denke „Och ne, jetzt haste dir ne Bindehautentzündung eingefangen“. Natürlich ist das dann keine Bindehautentzündung sondern die Gefühle die mit mir durchgehen. Aber sagt es keinem weiter. Ich hab nen Ruf zu verlieren.

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© 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

St. Vincent ist so ein Film. Klar, er ist in erster Linie witzig, etwas makaber, sarkastisch, zynisch. Vor allem natürlich durch den Haupdarsteller, Bill Murray. Aber er hat eben auch diese Momente die den oben genannten Effekt hervor rufen. Stellt euch einfach einen Til Schweiger „Tränendrüsenfilm“ ohne die Fremdschämmomente, mit guten Humor und in gut vor. Und natürlich mit richtigen Schauspielern. Ja, ich denke dann wisst ihr ca. was bei St. Vincent auf euch zu kommt. Selbstverständlich hoffe ich inständig, dass ihr dass jetzt nicht nachvollziehen könnt weil ihr so einen Til Schweiger Film noch nicht gesehen habt, aber ab und an wird man in sowas ja auch unter Androhung von Gewalt reingezerrt.

Aber genug von Til Schweiger uns seinem Anhang. Am Ende werde ich noch verklagt oder dazu gezwungen mir Kokowääh 1+2 in der extended Version anzusehen. Mit Audiokommentaren von „Nuschel Til & Co.“. Grußelig.

Also zurück zu St. Vincent. Schauspielerisch super! Sogar der kleine Bengel (das ist ja immer so ne Sache), gespielt von Jaden Lieberher. Der kleine war mir einfach gleich sympathisch. Dazu dann noch Melissa McCarthy (spätestens seit „Taffe Mädels“ bin ich von der Frau begeistert) als Mutter von dem kleinen Bengel (eigentlich heißt er Oliver) und Naomie Watts als „Dame der Nacht“ und es kann nicht mehr viel Schief gehen.

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© 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

Das Grundgerüst der Story ist natürlich nach Schema F (ich habe mich gerade gefragt warum man das überhaupt sagt. Also „Schema F“. Da ihr euch das bestimmt auch schon gefragt habt, hab ich Todesmutig den Wikipedia Link rausgewurschtelt. Natürlich sind die Preußen mal wieder schuld daran). Aber was solls! Pizza Capricciosa ist auch immer ähnlich, aber wenns gut gemacht ist, warum nicht? Und St. Vincent ist gut gemacht. Es passt einfach so gut wie alles. Der Aufbau der Sympathie, die Platzierung von Humor und Tragik, die Situationskomik. Alles toll, alles super! Klar, St. Vincent ist kein bildgewaltiges, monumentales Epos, aber man schickt ja auch keinen Formel 1 Wagen auf die Rally Dakar (wow, Fachwissen. Ich glaub ich mach nen Motorsportblog).

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© 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

Wer sehen will wie „Tränendrüsenkino“ richtig gemacht wird sollte sich St. Vincent anschauen. Außerdem spielt Bill Murray mit, meiner Meinung nach einer der wenigen ganz großen im Filmgeschäft. Mit der Bewertung habe ich mir dennoch etwas schwer getan. Auf der einen Seite habe ich versucht auszublenden dass der Film eigentlich so gar nicht in meinem Genre platziert ist (den ich aber Sneak sei Dank doch gesehen habe), auf der anderen Seite musste ich aufpassen dass ich genau aus diesem Grund keinen „Punkteüberschuss“ produziere. Auch die Tatsache dass mir die Vergleichsmöglichkeiten fehlen machte die Sache nicht leichter. Ich denke 8,5 Punkte sind fair. Da ist etwas Bill Muray Zuschlag mit dabei, da ist etwas „ist eigentlich nicht mein Genre“ Abschlag mit dabei. Das dürfte sich dann irgendwo in der Mitte treffen denke ich. Aber wer sich an einem halben Punkt hin oder her aufhängt ist hier eh falsch.

8_5

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